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Maximale Herzfrequenz: so berechnest du sie und nutzt sie für deine Trainingsbereiche

25/08/2026 Lecture 5 min
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Wozu die maximale Herzfrequenz im Trainingsplan gut ist

Dein Herz hat eine Obergrenze: die Zahl an Schlägen pro Minute, die es auch dann nicht überschreitet, wenn du auf den letzten Metern alles gibst. Diese Grenze hat einen Namen – die maximale Herzfrequenz, kurz HFmax. Sie sagt nichts über dein Niveau aus: Ein Gelegenheitsläufer und ein Marathonläufer können denselben Wert haben. Sie ist eine Skala. Von ihr ausgehend teilt man die Belastung in Bereiche ein, und jeder Bereich entwickelt eine bestimmte Fähigkeit. Ohne diesen Bezugspunkt wird die „lockere“ Runde viel zu oft zu schnell, und eine Einheit, die hart sein sollte, bleibt lauwarm.

So berechnest du deine maximale Herzfrequenz

Schätzformeln: schnell, aber ungenau

Die bekannteste ist 220 minus Lebensalter. Mit 40 ergibt das 180 Schläge. Einfach – nur liegt die tatsächliche Abweichung oft bei zehn bis zwölf Schlägen nach oben oder nach unten. Die Formel von Tanaka, 208 minus 0,7 mal Lebensalter, trifft es bei Sportlern über 45 deutlich besser. Merk dir: Eine Formel liefert einen Ausgangspunkt, nie eine Wahrheit. Zwei gleichaltrige Menschen können zwanzig Schläge auseinanderliegen.

Der Feldtest, die brauchbarste Methode

Für eine Zahl, die wirklich dir gehört, musst du sie dir holen. Nach zwanzig Minuten lockerem Einlaufen suchst du dir einen gleichmäßigen Anstieg oder eine Bahn. Steigere die Intensität in Zwei-Minuten-Stufen und häng am Ende drei Minuten deutliche Beschleunigung an, bis du das Tempo nicht mehr halten kannst. Der Spitzenwert, den der Brustgurt in den Sekunden danach anzeigt, ist deine HFmax des Tages. Notiere Datum, Strecke und Wetter – du willst später vergleichen. Dieser Test verlangt viel Motivation und einen gesunden Körper, harmlos ist er nicht.

Die Leistungsdiagnostik im Labor

Der medizinische Belastungstest bleibt der Goldstandard. Auf dem Laufband oder dem Ergometer, betreut von einer Kardiologin oder einem Kardiologen, misst er den exakten Wert und überwacht dabei die Herzkurve. Ab 35, bei familiärer Vorbelastung oder beim Wiedereinstieg nach langer Pause solltest du diese Untersuchung machen lassen, bevor du hart trainierst. Gesundheit geht vor Leistung.

Die fünf Trainingsbereiche und was sie aufbauen

Steht der Wert fest, ist die Rechnung direkt: Jeder Bereich entspricht einem Prozentsatz. So teilen ihn die meisten Coaches ein.

  • Bereich 1, 50 bis 60 %: aktive Erholung. Reden geht mühelos, die Bewegung bleibt locker. Ideal am Tag nach einer harten Einheit.
  • Bereich 2, 60 bis 70 %: Grundlagenausdauer. Der Körper lernt, Fette zu nutzen, und bildet Mitochondrien. Hier verbringst du die meiste Zeit.
  • Bereich 3, 70 bis 80 %: Tempodauerlauf, angenehm anstrengend. Nützlich, aber wer sich hier dauerhaft einrichtet, ermüdet, ohne besser zu werden.
  • Bereich 4, 80 bis 90 %: rund um die Schwelle. Laktat sammelt sich an, die Atmung wird kurz. Gearbeitet wird in Blöcken von fünf bis zehn Minuten.
  • Bereich 5, 90 bis 100 %: maximale aerobe Leistung. Intervalle von dreißig Sekunden bis drei Minuten, mit deutlicher Pause dazwischen.

Ein Detail entgeht vielen Sportlern: Der Puls hinkt hinterher. Bei einem Intervall über dreißig Sekunden zeigt die Uhr vielleicht 82 %, obwohl die tatsächliche Intensität weit über Bereich 5 lag. Bei sehr kurzen Belastungen richtest du dich nach Tempo oder Watt, nicht nach dem Puls.

Die Herzfrequenzreserve, die genauere Einteilung

Die Karvonen-Methode verfeinert die Rechnung, indem sie deinen Ruhepuls einbezieht – morgens gemessen, bevor du aufstehst. Man zieht den Ruhepuls von der HFmax ab und erhält die Reserve, wendet den Prozentsatz an und addiert den Ruhepuls wieder dazu. Ein Beispiel sagt mehr als eine Regel: 190 maximal, 50 in Ruhe, also 140 Reserve. Für 70 % rechnest du 140 × 0,70 = 98, dann 98 + 50 = 148 Schläge. Der reine Prozentsatz der HFmax hätte 133 ergeben, einen deutlich niedrigeren Bereich. Bei sehr gut Trainierten, deren Ruhepuls unter 45 liegt, wird der Abstand noch größer.

Die Intensitäten über die Woche verteilen

In der Ausdauerwelt herrscht Einigkeit über ein Prinzip: rund 80 % des Umfangs in den Bereichen 1 und 2, 20 % in den Bereichen 4 und 5. Dieses polarisierte Modell bringt mehr als dauerndes Mitteltempo in Bereich 3. Praktisch heißt das: Bei vier Einheiten pro Woche bleiben drei langsam, und nur eine geht richtig ans Limit. Die Schwierigkeit ist nicht technisch, sondern mental – langsam zu laufen heißt, sich überholen zu lassen. Viele Läufer werden schon dadurch besser, dass sie in drei von vier Einheiten den Fuß vom Gas nehmen. Dasselbe Gleichgewicht gilt auf dem Rad wie auf dem Ruderergometer.

Was deine Zahlen im Alltag verschiebt

Die HFmax sinkt mit dem Alter, etwa um einen Schlag pro Jahr, und Training holt sie nicht zurück: Es verbessert, wie viel das Herz pro Schlag befördert. Der Puls, den du während einer Einheit abliest, schwankt dagegen stark. Hitze, Flüssigkeitsmangel, zu wenig Schlaf, Kaffee oder ein beginnender Infekt treiben ihn nach oben. Auf einer langen Einheit legt die Herzfrequenzdrift fünf bis zehn Schläge drauf, obwohl das Tempo gleich bleibt.

Jede Sportart hat außerdem ihre eigene Obergrenze. Auf dem Rad liegt der Wert fünf bis zehn Schläge unter dem beim Laufen, weil im Sitzen weniger Muskelmasse arbeitet. Beim Schwimmen vergrößert die waagerechte Lage den Abstand noch. Leg dir also pro Sportart einen Referenzwert an, statt mit einer einzigen Zahl zu arbeiten. Beim Material gilt: Der optische Sensor am Handgelenk steigt aus, sobald die Intensität schnell wechselt oder Kälte die Durchblutung drosselt. Für Einheiten in den Bereichen 4 und 5 brauchst du einen Brustgurt, wenn die Daten etwas taugen sollen.

Und beim Krafttraining?

Im Studio verlieren die Bereiche ihren Sinn. Ein schwerer Satz treibt den Puls über den Widerstand im Muskel und über die Pressatmung hoch, nicht über den Sauerstoffbedarf: Die Zahl steigt, die Herz-Kreislauf-Belastung bleibt gering. Bei einem Zirkel ohne Pause dagegen ist die Herzfrequenz ein guter Indikator für die Dichte: Fällt sie zwischen zwei Stationen zu weit ab, kürze die Pause. Steuere das Cardiotraining über Bereiche und beurteile Kraft über die bewegten Gewichte und die Ausführungsqualität.

Häufige Fragen zur HFmax

Ist es gefährlich, die maximale Herzfrequenz zu erreichen?

Bei Gesunden nein: Es handelt sich um eine normale physiologische Grenze, nicht um eine Bruchstelle. Vorsicht ist geboten bei Brustschmerz, Schwindel, unregelmäßigem Herzklopfen oder unverhältnismäßiger Atemnot. Dann brich die Einheit ab und lass es ärztlich abklären.

Meine HFmax ist niedriger als die meines Trainingspartners, ist das ein schlechtes Zeichen?

Nein. Der Wert ist zum großen Teil genetisch festgelegt, ähnlich wie deine Körpergröße. Über deine Ausdauer sagt er nichts. Vergleich deine Fortschritte mit dir selbst, nicht mit dem Nachbarn auf der Bahn.

Muss man den Test jedes Jahr wiederholen?

Alle zwölf bis achtzehn Monate reicht. Rechne deine Bereiche vor allem dann neu aus, wenn deine gewohnten Tempi nicht mehr zu den erwarteten Prozentwerten passen, besonders nach einer Verletzung.

Geht Training auch ohne Pulsmesser?

Ja. Der Sprechtest ist erstaunlich zuverlässig: ganze Sätze in Bereich 2, kurze Sätze in Bereich 3, einzelne Wörter darüber.

Von Zahlen zu einem Plan, der hält

Die maximale Herzfrequenz zu kennen, reicht nicht: Du musst auch wissen, was du damit anfängst, je nach Ziel, Wettkampfkalender und verfügbarer Zeit. Ein Coach prüft, ob Bereiche, tatsächliche Tempi und Körpergefühl zusammenpassen, und passt die Einheiten Woche für Woche an. Auf Koatcher kannst du deinen Ansatz mit einem auf Laufen spezialisierten Coach überarbeiten, zu Hause, im Studio oder online, in Berlin wie überall sonst. Das Ziel bleibt dasselbe: aus einer Prozenttabelle Training machen, das dich besser macht, ohne dich kaputtzumachen.

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